Sensoren statt Pflegeheim - Präventionsrendite

Fragt man Ältere nach ihren Wünschen, lautet die Antwort häufig „Möglichst lange zu Hause leben“. Das zuhause ist für alle und besonders für Ältere ein wichtiger Ort.

In einer alternden Gesellschaft müssen deshalb die Versorgungsstrukturen bei Krankheit, Pflege oder körperlicher Beeinträchtigung und Sicherheit an veränderte Versorgungsbedarfe und -bedürfnisse angepasst werden. Analysen und Praxisberichte zeigen, dass die bestehenden Unterstützungsstrukturen und –Prozesse verändert werden müssen, um dem wachsenden Hilfe- und Betreuungsbedarf in Zukunft gerecht zu werden, aber auch um diese finanzieren zu können.

In den Medien und Anderswo hört und liest man in diesem Zusammenhang viel von der „Digitalisierung“ und das uns Gesundheitstechnologien und technische Assistenzsysteme das Leben leichter machen können. Auch für die Pflegeversorgung sind die Technologien interessant. Sie stellt ein wichtiges Feld der gesundheitlichen Versorgung und der sozialen Sicherung dar. Mit der ärztlichen Therapie bildet sie eine wichtige Grundlage dafür, dass Menschen wieder gesunden oder aber mit Krankheiten und Beeinträchtigungen besser leben können.

Durch 7. Altenbericht der Bundesregierung wird die Verantwortung der Kommunen für Angehörigenunterstützung und niedrigschwellige, pflegevermeidende Angebote gestärkt. Eine vorbeugende Pflege- und Sorgepolitik, die häusliche Pflegearrangements langfristig stärken will, sollte auch alternative Ressourcen der Pflegeversorgung mit einbeziehen. Die Neujustierung der „Pflege vor Ort“ ist ein zunehmend wichtiger Leitgedanke politischer Reformen.

Häufig sind den Kommunen (Altenhilfe-und Pflegeplaner), Gesundheits- und Pflegeeinrichtungen, Quartiermanager*innen, Anbieter von Diensten wie betreutes Wohnen weder die Technologien noch die möglichen Dienstleistungen und Geschäftsmodelle bekannt. Unterstützungen für die Bürger*innen im Bereich Gesundheit und Pflege sind aber für die moderne kommunale Arbeit (Sozialraum / Quartier) unerlässlich, häufig aber aufgrund der fehlenden Qualifikationen bei den Beteiligten nicht immer umsetzbar. Auch im Rahmen von Maßnahmen im Bereich „Präventionsrendite“ ergeben sich Möglichkeiten. Im neuen APG NRW (Alten- und Pflegegesetz Nordrhein-Westfalen) wird z.B. darauf hingewiesen das nicht nur Angebote für pflegebedürftige oder von Pflegebedürftigkeit bedrohte Menschen sowie auf pflegende Angehörige vorgehalten werden sollen sondern auch Angebote die einen Nachweis erbringen „den aktuellen oder späteren Bedarf an pflegerischen Angeboten zu vermeiden oder zu verringern“. Diese Verpflichtung eröffnet auch Kommunen in der Haushaltssicherung Spielräume für sinnvolle Ausgaben in zukunftsweisende Konzepte.

Sensoren statt Pflegeheim ist deshalb das Motto der AAL Akademie und ihrer Industrie- und Wissenschaftspartner für das Jahr 2018. Mikroprojekte und Qualifizierungen sollen den Marktzugang für professionelle und semiprofessionale Dienstleister erleichtern und Nachhaltigkeit in Quartiersanwendungen ermögliche.

Das Programm richtet sich an: Kommunen/Quartiere, Wohnungsbau, Altenhilfeeinrichtungen, Anbieter betreuter Wohnkonzepte - die assistierende Gesundheitstechnologien in regionalen Strukturen einsetzen möchten.

Informationen und individuelle Beratungstermine können unter info@aal-akademie.de angefordert werden. Bitte beachten Sie auch die Workshoptermine und Sondersprechstunden.

Flyer als PDF Dokument zum Download